Am 13. Mai trafen sich 60 Schülerinnen und Schüler aus sieben verschiedenen Unesco-Schulen in NRW am Grenzübergang „Altes Zollhaus“ in Aachen – Burtscheid zum diesjährigen Aktionstag. Wir waren eine buntgemischte Gruppe: Die jüngsten Schüler*innen waren in Klasse 7 der Realschule Heinsberg, die ältesten aus der Oberstufe eines Berufkollegs in Mönchengladbach. In Kleingruppen unter der Leitung unserer drei sehr erfahrenen Führer der „Gesellschaft Burtscheid für Geschichte und Gegenwart“ unternahmen wir eine Wanderung zum Thema „Schmuggel“ im Aachener Wald entlang der Grenze zwischen Belgien und Deutschland.
Hinweis zum Grenzstein: Das Dreieck zeigt mit der offenen Seite auf deutschen Boden. Das Gebiet um das Dreieck herum markiert belgisches Gebiet.
Diese Grenze ließ sich nicht immer so leicht überschreiten wie heutzutage. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Aachener Wald Schauplatz für rege Schmuggelaktivitäten. Auf der deutschen Seite mangelte es an vielen Dingen, sodass sich Grenzbewohner auf den Weg ins nahegelegene Belgien machten, um Wertsachen gegen Luxusgüter wie zum Beispiel Kaffee einzutauschen. Das war lukrativ, denn in Belgien kostete ein Kilo Röstkaffee nach Kriegsende acht Mark, während es in Deutschland für gut 16 Mark verkauft werden konnte. Ganze Jugendbanden widmeten sich damals dem Schmuggel und auch einige Mütter ließen sich dazu hinreißen, unter den Matratzen ihrer Babys Geheimfächer für Schmuggelware einzurichten.
Nach der Wanderung aßen wir gemeinsam im Pius Gymnasium zu Mittag. Nach dem Essen hatten die Gruppen Zeit, ihre individuellen Aufgaben fertigzustellen, die sie bereits zu Beginn der Wanderung bekommen hatten. Die Aufgaben reichten von dem Verfassen eines Schmugglerberichts über das Schreiben eines Gedichts zum Thema „Grenzen überwinden“.
Es war ein sehr interessanter und produktiver Tag, an dem viele ganz unterschiedliche Brücken gebaut wurden. Die Grenze zwischen Deutschland und Belgien haben wir dabei ganz nebenbei mehrfach überwunden.



