Besuch von Bischof Helmut Dieser aus dem Bistum Aachen am Inda-Gymnasium

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Am 24.September besuchte Bischof Helmut Dieser aus dem Bistum Aachen das Inda-Gymnasium. Im Mittelpunkt seines Besuchs stand der persönliche Austausch mit uns Schülerinnen und Schülern: Wir hatten die Möglichkeit, ihm Fragen zu stellen, die uns im Zusammenhang mit Glauben, Kirche, Gesellschaft und unserem eigenen Leben beschäftigen.

Dabei ging es unter anderem um die Rolle der Kirche in der heutigen Gesellschaft. Bischof Dieser betonte, dass Kirche nicht nur aus festen Regeln und Strukturen bestehe, sondern vor allem von den Menschen lebe, die sich in ihr engagieren. Auch politische und gesellschaftliche Themen kamen zur Sprache. So wurde beispielsweise über soziale Gerechtigkeit und den Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen gesprochen.

Ein Schwerpunkt war die Frage, wie Kirche mit unterschiedlichen Lebensentwürfen umgeht. Auch gleichgeschlechtliche Beziehungen und die Bedeutung von Familie und Partnerschaft wurden angesprochen. Dabei hat der Bischof festgehalten, dass in gleichgeschlechtlichen Beziehung nicht von einer Ehe zu sprechen ist, da die Fortpflanzung ein entscheidendes Element dieser sei, welches dort fehlte. Bischof Dieser machte zudem jedoch deutlich, dass Menschen unabhängig von ihren persönlichen Lebenssituation ihren Platz in der Kirche haben sollten und jeder dieses Recht besitzt. Auch über das Zölibat konnten wir mit ihm sprechen. Für Bischof Dieser steht dabei vor allem die Nachfolge Jesu im Mittelpunkt. Er beschrieb den priesterlichen Weg als eine besondere Form, sein Leben ganz auf Jesus auszurichten und ihm sein „Herz“ zu schenken. Der Verzicht auf eine eigene Familie sei dabei Teil dieser bewussten Entscheidung für den priesterlichen Weg. Glauben und der Zweifel stellten für uns auch zentrale Themen dar. Dabei wurde deutlich, dass der Glauben und Zweifel nicht unbedingt im Widerspruch zueinander stehen müssen. Vielmehr gehören Nachdenken und die Suche nach eigenen Antworten für viele Menschen zum Glauben dazu. Gleichzeitig sprach Bischof Dieser darüber, wie wichtig es ist, sich nicht vorschnell von seinem Glauben oder seinen persönlichen Überzeugungen abzuwenden. Er sprach darüber, dass die Kirche Menschen in schwierigen/ für sie aussichtslosen Situationen unterstützen kann und Menschen vergeben wird. Zitat: ,,Das Größte, was es gibt ist, dass Gott dir verzeiht.‘‘ Natürlich wurde auch die Zukunft der Kirche thematisiert. Besonders interessant war für uns die Frage, wie Kirche junge Menschen erreichen und ihnen Raum geben kann. Jugendfahrten, Gottesdienste und gemeinsame Veranstaltungen können dabei Möglichkeiten schaffen, Gemeinschaft zu erleben und eigene Erfahrungen mit Glauben zu machen. In diesem Sinne wurden wir auch alle sehr herzlichst eingeladen an der Bistumsfahrt zum Weltjugendtag 2027 nach Seoul teilzunehmen. Offen angesprochen wurden außerdem die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und deren Aufarbeitung. Dabei ging es auch um die Bedeutung von Prävention, Intervention und darum, wie Strukturen verändert werden können, damit Menschen in der Kirche besser geschützt sind. Zum Schluss bekamen wir noch ein paar persönliche Eindrücke in das Leben des Bischofs. Er erzählte uns, dass er gerne Fahrrad fährt, wenn es die Zeit zuließe aber auch kochen für ihn einen wichtigen Ausgleich zum stressigen Alltag darstellte.

Der Besuch bot uns damit die Gelegenheit, viele Fragen anzusprechen, die uns als Schülerinnen und Schüler beschäftigen. Besonders der offene Austausch zeigte, dass auch schwierige und kontroverse Themen miteinander besprochen werden können. Am Ende unseres Gesprächs überreichten wir Bischof Dieser eine Kerze als Geschenk. Sie steht symbolisch für verschiedene Aspekte, die unser Schulleben prägen. So verweist sie unter anderem auf die Gemeinschaft und das Engagement im Rahmen unserer UNESCO-Arbeit.